Walhausen im Saarland

Walhauser Wappen

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Beschreibung:

Von Grün und Gold durch eine silbern-blau geteilte Wellenleiste geteilt: Oben ein aus der Wellenleiste hervorkommendes vierspeichiges goldenes Mühlrad; unten schräg gekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzes Eisen.

Begründung:

Das Dorf Walhausen, urkundlich erstmalig 1333 als „Waldenhusen“ genannt, gehörte bei der Herausbildung der Territorien im Frühmittelalter zu dem Besitz der Bischöfe von Verdun an der oberen Nahe, mit dem die Emichonen belehnt wurden. Bei der Teilung ihres Besitzes 1134 erhielt Gerlach, der sich nun Graf von Veldenz nannte, die Verduner Lehen. Nach dem Tode von Graf Gerlach IV. kamen die Veldenzer Güter durch die Heirat der Erbtochter Agnes 1268/70 an Graf Heinrich von Geroldseck, der sich danach ebenfalls Graf von Veldenz nannte. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts nistete sich der Obersteiner Wilhelm Bossel an der oberen Nahe ein und erbaute sich in Nohfelden widerrechtlich eine Burg. Wenige Jahre später, 1256, mußte er jedoch gegenüber dem Bischof von Verdun nachgeben und den Veldenzern als Lehensinhaber ein Öffnungsrecht an der Burg zugestehen. Die Erbtochter Susel von Stein-Nohfelden übergab 1345 die Hälfte der Burg in Nohfelden an den Grafen von Veldenz und unterstellte ihm die andere Hälfte als Lehen. Aus der Burg Nohfelden und dem umliegenden Land, zu dem u. a. auch Walhausen gehörte, entstand das 1372 urkundlich erstmalig erwähnte veldenzische Amt Nohfelden, Mit dem Tode des letzten Grafen von Veldenz 1444 fiel das Amt Nohfelden, und damit auch Walhausen, gemäß Erbordnung von 1438 an den Herzog von Pfalz-Zweibrücken. Die zweite Hälfte der Burg und Herrschaft Nohfelden, die zunächst im Besitz der Susel von Stein verblieb, gelangte an die Herren von Manderscheid und um 1400 an die Herren von Ruppersberg. Im Jahre 1476 konnte der Herzog von Pfalz-Zweibrücken auch diese Anteile käuflich erwerben, so daß nun das ganze Amt Nohfelden in seiner Hand war, zumal sich die Lehensabhängigkeit von Verdun im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts nach und nach gelöst hatte. Das Amt Nohfelden mit seinen Dörfern wurde unmittelbar von Pfalz-Zweibrücken durch einen Amtmann mit Sitz auf der Burg Nohfelden verwaltet; das Gebiet verblieb beim Herzogtum Pfalz-Zweibrücken bis zu den Auswirkungen der Französischen Revolution in unserer Gegend 1793.

Die territoriale und überwiegend auch grundherrliche Zugehörigkeit von Walhausen zuerst zur Grafschaft Veldenz und dann zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken dokumentiert das Ortswappen in seiner Farbgebung. Die Farben Silber und Blau erinnern an die 310-jährige Zugehörigkeit zu Veldenz und die Farben Schwarz und Gold an die rund 350-jährige Zugehörigkeit zu Pfalz-Zweibrücken. Die Farben sind entnommen den jeweiligen Stammwappen: Veldenz führte in Silber einen goldgekrönten, rotbewehrten und rotgezungten blauen Löwen und Pfalz-Zweibrücken in Schwarz einen rotgekrönten, rotbewehrten und rotgezungten goldenen Löwen.

Die Angrenzung der Gemarkung von Walhausen im Nordwesten an die noch junge Nahe und die Lage des Ortes selbst am der Nahe zufließenden Walhauser Bach symbolisiert die geteilte Wellenleiste.

Das aus der oberen Wellenlinie hervorkommende Mühlrad steht für die aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammende, an der Nahe gelegene Pfeiffer’s Mühle, die ursprünglich Schmeyer’s Mühle und bis 1845 Scheidhauer’s Mühle genannt wurde. Die Mühle wird zwar erst 1798 urkundlich erwähnt, doch erbrachten Analysen von Holzproben der alten neuentdeckten eichenen Deckenbalken eine Datierung ihrer Erbauung in den Jahren 1753 und 1756.

Die grüne Farbgebung des Feldes mit dem Mühlrad weist auf den Waldreichtum in der Gemarkung und die Lage von Walhausen im ländlichen Raum hin.

Im unteren Feld des Ortswappens erinnern die schräg gekreuzten Bergmannszeichen Schlägel und Eisen an den auf der Walhausener Gemarkung betriebenen historischen Kupfererzabbau. Nohfelden und Walhausen markieren die westliche Begrenzung des „Kupfergürtels“ im Bereich der oberen Nahe, der sich bis Fischbach/Nahe über eine Länge von fast 70 km und einer Breite bis zu 5 km erstreckt. Die ersten urkundlichen Nachrichten setzen im Jahre 1454 ein: Pfalzgraf Ludwig von Pfalz-Zweibrücken und Graf Friedrich von Zweibrücken-Bitsch einigen sich darüber, im Gericht Wolfersweiler – zu dem Walhausen gehörte – ein gemeinsames Bergwerk „von kopper ertzes wegen“ zu betreiben. Dieser Vertrag wird 1456 durch eine Bergfreiheit bekräftigt, die als erste Bergordnung im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken anzusehen ist. Die ergiebigsten Grubenfelder lagen wohl damals auch schon in Walhausen, und zwar im Flurbereich „Weißer Haas“ ostwärts der Straße Walhausen-Wolfersweiler. Die damalige Abbauperiode fand um 1570 ihr vorläufiges Ende. Denn zu Beginn des 18. Jahrhunderts lebte der Kupfererzbergbau wieder auf. Schwerpunkte des Abbaues waren ab etwa 1720 die Gebiete am Leckersberg und am Grubenberg. Die gewonnenen Kupfererze wurden in der Nohfeldener Schmelze, die schon 1475 erwähnt wird, geschmolzen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam der Bergbau hier jedoch endgültig zum Erliegen. Zur Erforschung der Geschichte des Kupferbergbaues in Walhausen wurde der Historische Bergwerksverein Walhausen gegründet, dessen Ziel es auch ist, ein Besucherbergwerk einzurichten.